06.09.19

BIM 2.0: Ein neues Zeitalter für den Hochbau

Durch das Entwicklungsprojekt BIM 2.0 (Building Information Modeling) konnte ein Meilenstein in der Bauabwicklung bei der PORR erreicht werden: die Standardisierung der BIM-Arbeitsweise im Hochbau, mit Fokus auf der Planung. Von der Planung über die Kalkulation bis hin zur Arbeitsvorbereitung hat das Projektteam die besten Voraussetzungen für BIM im Baustellenbetrieb geschaffen.

Als Lösung für einen durchgängigen Bauprozess bietet BIM ein umfangreiches Gebäudedatenmodell. Es deckt den gesamten Projektlebenszyklus ab – von der Entwurfs-, Einreich- und Ausführungsplanung über die Bauabwicklung bis zum Facility Management. Die erforderlichen Daten sind in jedem Stadium des Projekts und unabhängig von Zeit und Ort abrufbar.
Damit BIM als Arbeitsweise sinnvoll eingesetzt werden kann, müssen die verschiedenen Projektbeteiligten eng zusammenarbeiten und „dieselbe Sprache sprechen“. Aus diesem Grund wurde das Projekt BIM 2.0 ins Leben gerufen.Die Erreichung einer engen Abstimmung und Standardisierung der Arbeitsschritte zwischen Generalplanung, Kalkulation und Arbeitsvorbereitung war das Ziel. 

Standards für digitalisierten Bauablauf

Die Herausforderung des Projekts war, die zahlreichen bereits bestehenden Standards der jeweiligen Planungsbereiche in Österreich und Deutschland zusammenzufassen. Eine Fokusgruppe erarbeitete einen Leistungskatalog, der sich in elf Hauptarbeitspakete gliederte und die folgenden Fachbereiche abdeckte: Architektur, Tragwerksplanung, Technische Gebäudeausrüstung, Elektrotechnik, Bauvorbereitung, Nachhaltigkeit, Kalkulation.
Durch die Entwicklung durchgängiger Standards, Vorlagen, Prozesse usw. konnte das Team die besten Voraussetzungen für einen durchgängig digitalisierten Bauablauf schaffen. So ist die PORR ihrem Ziel – BIM auf dieBaustelle zu bringen – nach einer Projektdauer von zweieinhalb Jahren einen großen Schritt nähergekommen. 

Digitale Vorreiterrolle der PORR

Die BIM-2.0-Standards werden bereits in allen laufenden und zukünftigen Generalplanungsprojekten der PDE angewendet und kontinuierlich durch Feedback aus der Praxis verbessert. So wurde die Basis für einen durchgängigen und qualitativ hochwertigen Bauablauf mit BIM geschaffen, von dem die Baustelle schon heute profitiert. Aufbauend darauf werden weitere Entwicklungsschritte gesetzt, um die Vorreiterrolle der PORR bei der Digitalisierung am Bau auszubauen.

BIM und LEAN Management

Ursprünglich als klassisches Projekt aufgesetzt, wurde schnell klar, dass ein derart komplexes Entwicklungsprojekt einen anderen Zugang hinsichtlich Flexibilität und Organisation benötigt. Gemeinsam mit dem LEAN-Management Team der PDE wurde begonnen, das Projekt an eine agile Arbeitsweise anzupassen. Es gab keinen klassischen Balkenterminplan, sondern das Team legte die Deadlines gemeinsam und in kurzen, greifbaren Intervallen fest. Dies wurde alle zwei Wochen evaluiert, um rechtzeitig auf potenzielle Gefahrenquellen hinzuweisen und dem entgegenzusteuern.
Die Änderungen in der Projektstruktur machten sich rasch positiv bemerkbar. Durch die Erfahrung mit LEAN als unterstützende Maßnahme der Projektorganisation stellte das Team fest, dass eine Kombination aus BIM und LEAN eine große Hebelwirkung erzeugen kann. Beide sind auf Ressourcenoptimierung ausgelegt und ergänzen sich somit optimal. Dabei helfen sie dem Team, eigenständiger und effizienter zu kommunizieren und zu arbeiten. 
Ganz nach dem Motto: „Wer BIM möchte, muss LEAN sein!“
 

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